Wohn- und Ferienheim Heideruh e.V


Bei einem Besuch im Wohn- und Ferienheim Heideruh e.V. in Seppensen wurden Uwe Schulze und ich herzlich Willkommen geheißen. Es war ein all sonntägliches Treffen, das von engagierten Menschen zum Bündnis für Flüchtlinge stattfindet. Viele junge Leute fanden sich ein, die zurzeit junge sudanesische Flüchtlinge begleiten, um sich bei uns zurecht zu finden. Die Hilfe fängt bei dem Lernen von deutsch an, so wie das Begleiten zu Ämtern, Ärzten und anderen wichtigen Terminen.

Es ist einfach beispielhaft wie sich die Unterstützer/innen für die Flüchtlinge ins Zeug legen. Respekt!!!

In Heideruh haben alle Flüchtlinge ein eigenes Zimmer und werden rundherum umsorgt. Sie werden zur Mithilfe im Haus weder gezwungen noch gebeten. Jede Hilfe ist freiwillig. Manche Flüchtlinge sind über Ungarn gekommen und sind dort sofort im Gefängnis gelandet. Einigen droht jetzt hier die Abschiebung zurück nach Ungarn, und damit wieder zurück ins Gefängnis. Da muss es so schlimm gewesen sein, dass sie lieber freiwillig in den Sudan zurückgehen wollen. Sie mögen sich noch nicht einmal über das „warum“ äußern.
Die Sudanesen sind ein friedliebendes Volk und keine Kämpfer.

Wir haben mitbekommen wie die jungen Unterstützer gelitten haben, wenn es um ihre „Schützlinge“ ging, wenn es um Abschiebung ging. Sie sind miteinander eng verbunden und brauchen selbst Unterstützung, um das selbst emotional zu überstehen. Darum werden nicht nur weitere Unterstützer, sondern auch „Unterstützer der Unterstützer“ gesucht!

Es können nicht alle Unterstützer durchgehend präsent sein, da sie zum größten Teil selbst noch zur Schule gehen.

Man macht sich nicht wirklich Gedanken, was die Flüchtlinge hier alles über sich ergehen lassen müssen. Sie müssen zum Beispiel nach Braunschweig fahren um Interviews zu geben. Da wird nicht nur ihr sprachlicher Dialekt untersucht, damit auch festgestellt wird, ob sie wirklich aus der Ecke der Welt kommen die sie bei der Einreise angeben haben. An die anderen Fragen möchte ich gar nicht denken! Die Interviews sind irre intensiv.

Wenn sie das Haus verlassen wollen brauchen die jungen Männer eine schriftliche Ausgeherlaubnis.

Ein gravierendes Thema war die Abholung der Flüchtlinge nachts gegen 2:30 Uhr. Diese Vorgehensweise ist menschenunwürdig und ist auf das Tiefste zu verurteilen. Dagegen muss etwas unternommen werden.

Was das Bündnis für Flüchtlinge dringend benötigt:

Spenden (Obst und Gemüse)
Professionelle Hilfe bei der Unterstützung der Flüchtlinge bei Anträgen, Ärzten
Personelle Unterstützung bei Betreuung der Flüchtlinge
Ganz wichtig, Sprachkurse auf CD/DVD (Deutsch für Anfänger)

Gegengift dankt für diesen wichtigen informativen Einblick. Mehr Informationen zu Veranstaltungen oder zur Abgabe der Spenden, gibt es unter

www.heideruh.de