Willkürliche Abschiebung des Sudanesen Ashraf


Ein Mensch, der lange auf der Fluch vor tödlicher Gewalt in seinem Land war und endlich auf augenscheinlich friedlichen Boden in Ungarn kommt, wo er eigentlich nicht hin wollte, erlebt derzeit grausames.

Ungarn ist ein Land in dem Menschenrechte mikroskopisch klein geschrieben werden.

Er landete gleich nach seiner Ankunft in Ungarn im Gefängnis und wartete unter schlimmsten Bedingungen darauf dass sein Schicksal anerkannt wird.

Heute ist Ashraf in Deutschland, genauer gesagt im Einzugsgebiet von Buchholz und es droht ihm die Abschiebung zurück nach Ungarn.

Ja nach Ungarn, denn dass sieht das Dublin-Abkommen so vor. Er soll in Kürze in ein Land abgeschoben werden in dem er nach seiner Ankunft sofort ins Gefängnis wandert, und dass obwohl er kein Straftäter ist. Er möchte nur der tödlichen Gefahr in seinem Land entkommen, aber wir Deutschen haben nicht besseres im Sinn als ihn erstmal mit dem Dublin-Abkommen aus unserem Land zu weisen.

Ashraf ist ein hochbegabter Handwerker der mit einem festen Wohnsitz und einer festen Arbeit hier niemandem zur Last fallen würde.

Ashraf selbst sagt: „Bevor ich zurück nach Ungarn gehen muss würde ich lieber in den Sudan zurück gehen, selbst wenn ich dort getötet werde.“

Ein Mensch, der so etwas sagt ist buchstäblich gesagt am Ende seines Verstands angelangt, und daran ist die gleichgültige Flüchtlingspolitik schuld. Wir sicheren Drittstaaten helfen nicht, wir verschlimmbessern die Ausgangslage eines jeden Flüchtlings in Europa.

Es gibt Urteil, die eine Abschiebung nach Ungarn untersagen, und es sind nicht wenige die man allein via Google findet.

Was macht Deutschland da eigentlich? Deutschland, wie viele andere EU Staaten auch, schützt sich mit dem Dublin-Abkommen vor den Flüchtlingen. Das Dublin-Abkommen ist nicht anderes als ein  „Anti-Flüchtlings- Mechanismus“. Dieses Abkommen ist eigentlich schon faschistisch.

Mit dem Verstand agiert würde Deutschland sich sehr viel besser darstellen, aber man wählt lieber die Menschenrechtsverletzung. Übrigens gibt es ein Rücknahmeabkommen zwischen Deutschland und Ungarn, was ich persönlich schon als sehr fragwürdig ansehe. Ungarn ist kein sicherer Drittstaat, da die Kernanforderungen nicht gegeben sind, die sich aus der Genfer Flüchtlingskonvention ergeben, sowie auch aus der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte.

Gerichte stellen aber immer wieder gern fest, dass es keine systemischen Mängel in Ungarn geben soll.

Meine Frage wäre jetzt an dieser Stelle „Wer prüft das und wie wird es geprüft?“

Auch wie die Stadt Buchholz dabei zusieht wie ein Mensch durch eine Abschiebung in eine tödliche Gefahr gebracht wird entzieht sich komplett meinem Verständnis.

Deutschland liefert fleißig Waffen in Länder aus denen wir letztendlich Flüchtlinge bekommen. Das bedeutet, dass wir uns als Deutsche ein stückweit auch schuldig an der Situation in diesen Ländern machen.

Der Fall Ashraf muss eindeutig an die Öffentlichkeit gelangen. Hieraus muss sich eine grundlegende Änderung der Einstellung zur Flüchtlingspolitik ergeben.

Die Bundespolitik muss endlich lernen Menschen zu helfen, und nicht Menschen zum Sterben in eine andere dunkle Ecke zu schieben.

Dieser recht emotionale Artikel soll der Grundstein sein!

Uwe Schulze


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