Verkehr(t) in Buchholz


Seit 1 Woche fahre ich bewusst, vorsätzlich und intensiv mit dem Auto durch Buchholz.
Ich möchte als Autofahrer die Risiken aller anderen Verkehrsteilnehmer kennen lernen, denn da scheint es ja noch Defizite zu geben.

In der Testwoche stellte ich folgendes fest:

1. Fußgänger sind in Buchholz zwar eine oft genervte Gruppe der Verkehrsteilnehmer, aber sie sind zunehmend aufmerksamer im Straßenverkehr. Fußgänger entpuppen sich mehr und mehr zu der Gruppe, die ein partnerschaftliches Miteinander im Verkehr pflegen. Sie winken auch mal einen Fahrzeugführer an einem Zebrastreifen durch, oder bleiben aus Rücksicht zum fließendem KFZ Verkehr an einer Straßeneinmündung stehen und lassen ein KFZ abbiegen. Wenn es eine prekäre Situation zwischen Autofahrer und Fußgänger gab, so sind sie oft im freundlichen Ton bereit darüber unmittelbar zu sprechen.

2. Radfahrer sind mittlerweile zum Teil in Buchholz eine gespaltene Gruppe der Verkehrsteilnehmer herangewachsen. Die einen fahren vernünftig und sind mit Augen und Ohren mitten im Verkehr, sind aufmerksam und verhalten sich ebenfalls wie Fußgänger rücksichtsvoll  gegenüber allen anderen Verkehrsteilnehmern. Andere, und das ist Gott sei Dank noch nicht die Masse, verhalten sich wie die Könige im Straßenverkehr. Sie missachten die Vorfahrt, fahren kreuz und quer durch Fußgängergruppen, schneiden Autofahrer auf der Straße, pöbeln herum und neigen zu erhöhter Aggressivität gegenüber anderen. Das kann schon mal mit einem Schlag ins Gesicht enden.

Erst heute morgen habe ich mal wieder einen nennenswerten Fall von totaler Machtausübung eines Radfahrers in Buchholz erlebt.
Ich stehe mit meinem Auto an der Kreuzung Hamburger Straße und möchte bei Grün in die Schützenstraße einbiegen. Aus Richtunf Kaffee Kühn Filiale kommt eine Radfahrerin. Die Radfahrerin hat definitiv ” Rot” und fährt mir im Abbiegevorgang voll vor das Auto.
Hätte ich nicht aufgepasst, wäre die Radfahrerin nun angefahren gewesen.
Ich werde angepöbelt, aufs Äußerste! Von Einsicht keine Spur, denn als Radfahrer hat man in Buchholz alle Rechte.
Radfahrer haben in dieser Testwochen außerdem auch spontan vom Gehweg aus den Weg über den Zebrastreifen eingeschlagen, hier als Autofahrer noch reagieren zu können ist eher Glück statt Aufmerksamkeit.
Ich habe das Gefühl, dass Splittergruppen von Radfahrern den Hype ums Radfahren in Buchholz etwas arg überbewerten, denn auch sie haben sich an die Verkehrsregeln zu halten.

Ist es an der Zeit das hier auch mal politisch etwas passieren muss? Ich meine ja.