Informationsabend im Gymnasium am Kattenberge in Buchholz zu den geplanten Bahntrassen


Uwe Schulze schrieb auf seiner Seite www.uwe-schulze.eu:

Es war warm und es sollte ein hitziger Abend im GAK werden, denn es ging um das brisante Thema der geplanten Bahntrassen durch Buchholz, Seppensen, Holm-Seppensen, Handeloh, Jesteburg und Tostedt.

Jan – Hendrik Röhse begrüßte die fast 400 anwesenden Bürgerinnen und Bürger und leitete den Infoabend ein. Herr Röhse stellt gleich zu Anfang klar, dass er selbst ein heftiges Problem mit den Trassen habe und alle Anwesenden auf dem Podium keine Entscheidungsträger sind, also für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger stehen.

Auf dem Podium saßen: Dr. Alexander Stark, Leiter der Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg, Dr. Thomas Rössler, geschäftsführender Gesellschafter der „Hanseatic Transport Consultancy“, Volker Hellert – Bauleitplanung der Stadt Buchholz, sowie die Herren Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (Buchholz), Dr. Peter Dörsam (Samtgemeinde Tostedt), Hans-Heinrich Höper (Samtgemeinde Jesteburg) und dem 1. stellvertretenden Landrat Heiner Schönecke.

Vertreter der Deutschen Bahn AG haben die Teilnahme an der Infoveranstaltung kurzfristig abgesagt und verpassten es damit sich den interessanten Fragen der Bürgerinnen und Bürger zu stellen. Die beiden eingeladenen Bundespolitiker Svenja Stadler (SPD) und Michael Grosse-Brömer (CDU) konnten auf Grund übernommener Termine im Büro Bundestag leider nicht teilnehmen. Grosse-Brömer ist übrigens Gegner der Trassenführung, die an seinem Heimatort Brackel vorbeigeht.
Die Deutsche Bahn sorgt mit immer neuen Varianten der Y-Trasse für Verwirrung und Unmut in der Bevölkerung. Zuletzt ist die Heidebahn als Trasse in die Diskussion gekommen, und dabei ist klar, dass sich die Bevölkerung entlang der Trassen sich dies nicht gefallen lässt. Was auch gut so ist.

Dr. Thomas Rössler informierte über das „Dialogforum Schiene Nord“ und teilte mit, dass es diese Art von Bürgerbeteiligung bisher nie gab. Man müsse das nutzen um seine Argumente ins Spiel zu bringen.
Dr. Rössler erklärte auch: Bürgerinitiativen sind sehr wichtig und sollten sich solang es geht noch gründen. Nur so bekommt man ein Mitspracherecht im „Dialog Forum Schiene Nord“.

Dr. Stark stellte alle Trassenvarianten vor und erklärte die Vorteile bzw. Nachteile der Trassen.
Aber er ermutigte auch die Bürgerinitiativen konkrete Fakten zu schaffen, warum eine Trasse an einem bestimmten Abschnitt keinen Sinn macht.

Aus der Masse der Bürger meldete sich Jürgen Petersen, der am 26.06.2015 in Holm- Seppensen mit ca. 60 Anwesenden eine Bürgerinitiative für ein „güterzugfreies Holm -Seppensen” gründete.
Jürgen Petersen trug konkrete und rein sachbezogene Fakten vor, die von den Anwesenden auf dem Podium also positive Hinweise und Argumente aufgenommen wurden. Diese Argumente nehmen die Vertreter im Dialogforum mit in die nächste Sitzung.

Herr Wunderlich, ebenfalls von einer Bürgerinitiative, drückte deutlich seinen Unmut über das Dialogforum aus und erklärte, dass vieles alles andere als demokratisch dort ablaufe. Auch rief er alle auf eine Bürgerinitiative zu gründen.

Bernd Wenzel äußerte, dass man die Parteien am Dialogtisch gegeneinander aufhetzt und äußerte seine Meinung zu den Trassen. Es müssen die bereits bestehen Trassen einfach erweitert werden, neue Trassen schaffen macht keinen Sinn.

Interessant dabei fand ich die Meinung von Hans Christian Keunecke, der ein ganz neues Argument auf den Gesprächstisch legte, nämlich die regelmäßig stattfindenden Atomtransporte auf den bisherigen Strecken. Er fragte die Herren auf dem Podium ob diese Transporte dann auch über die Heidebahntrasse laufen würden und welche Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Er erwähnte auch, dass Sicherheitsvorkehrungen für die demnächst stattfindenden Atomtransporte auf den bestehenden Strecken getroffen werden müssen.

Vom Kern stelle ich aber eines fest: Die Gründung diverser Bürgerinitiativen ist gut, aber in wie weit diese noch etwas bewirken können ist fraglich.
Seit Februar 2015 gibt es das „Dialogforum Schiene Nord“, einige Zeit danach kamen die Bürgerinitiativen. Es gibt noch insgesamt 3 Sitzungen des Dialogforums um etwas zu verändern.

Und nun etwas aus dem Nähkästchen geplaudert:
Ich selbst habe mich mit dem Bahnlärm seit 2008 beschäftigt. Seit 2011 habe ich versucht in der Öffentlichkeit die Menschen zu interessieren, teilweise ohne Erfolg.
Seit Ende 2013 lese ich auf einer Mailingliste der Bürgerinitiativen in Uelzen, Celle, Hannover etc. mit.
Realistisch gesehen haben die Kolleginnen und Kollegen 2 Jahre Vorsprung vor uns, und haben auch für ihre Trassenentwicklung sehr viel Dampf aus dem Kessel genommen. Faktisch konnten sie frühzeitig die Trassen von sich abwenden. Diese Möglichkeit haben wir verpasst. Wir haben durch die Ignoranz der Politik und der Presse zu dem Thema leider 2 Jahre Rückstand.

Leserbrief von 2010
Leserbriefe aus dem Nordheide Wochenblatt Nr. 46 von 2010

Ich möchte an dieser Stelle dazu aufrufen, entweder eine Bürgerinitiative in Buchholz Kernstadt zu gründen, oder sich den bereits bestehenden Bürgerinitiativen anzuschließen.
Bahnlärm war schon immer eines meiner Kernthemen in der Politik.
Daher bin ich derzeit auch wieder unterwegs Lärmmessungen zu machen.
Für alle die einfach mal so feststellen möchten wie hoch das Lärmaufkommen in ihrer Gegend ist, hier ein Link zu einer kostenfreien Software für PCs und Notebooks und als App für IOS oder Android.

Wer sich in Holm-Seppensen der Bürgerinitiative für ein “güterzugfreies Holm-Seppensen” einbringen möchte, der kontaktiert  hier bitte unter: gueterzugfrei@juergen-petersen.de.
Als Mitglied der initiative nehem ich Anfragen aber auch gern an.

Bitte nehmen Sie an der Unterschriftenaktion der Bürgerinitiative “HydeWahn” teil. Jede Unterschrift ist wichtig. Kontakt zu HydeWahn unter : HYDEWAHN@gmx.de