Buchholzer: Mensch sei doch einfach mal Mensch!


Wie im buchholzblog von Kristian Stemmler geschrieben wurde stehen demnächst Wohncontainer für Asylbewerber an der Ecke „Am langen Sal und Fischbüttenweg”.
Ich finde es persönlich auch gut das die Menschen die dort wohnen müssen, so dicht wie möglich an die heimischen Menschen gebracht werden.
Und die Idylle wird nicht durch Menschen zerstört, die wir bei uns aufnehmen.
Die Idylle wird zerstört durch die Menschen, die sich gegen eine Aufnahme von Asylbewerbern positionieren und ihnen das Leben so kompliziert wie möglich machen wollen.
Wie ich kürzlich in einem anderem Landkreis gesehen habe, haben dort heimischen Anwohner einen Haufen Geld zusammengetragen, um einen hohen Sichtschutzzaun zwischen sich und den Asylanten zu ziehen.

Das ist mal ein Beispiel von völliger Blödheit, und dem wollen wir in Buchholz hoffentlich nicht folgen.

Einige Bewohner der beiden Straßen sind vermutlich auch welche von denen, die wenn sie die Nachrichten sehen oder hören ein unheimliches Mitleid mit den armen Menschen in den Ländern haben. Aber dieses Gefühl gilt nur so lange wie die nötige Distanz durch TV und Radio, oder anderer Bundesländer oder europäischer Länder vorhanden ist.

Ich bin mit einem Vater aufgewachsen, der permanent gegen Ausländer gemeckert hat. Für ihn waren das alles „Kanaken, Spagettifresser, Kümmel-Türken” oder sonst etwas für Menschen.
Damit musste ich also Jahre meiner Kindheit verbringen, bis ich dann in meine Klasse einen Türken bekam. Keiner wollte das dieser türkische Junge an seiner Seite sitzt, naja außer ich, denn ich war auch neugierig.
Mir war klar, dass ich ein besserer Mensch als mein Vater bin, also freundete ich mich mit „Baki“ an.
Wir lernten voneinander, Sprache, Kulturelles, Gewohnheiten etc…
Mein Vater war außer sich, dass ich einen „Kümmel-Türken“ als besten Kumpel hatte, aber das war mir egal. Baki war hier, weil sein Vater mit ihm flüchten musste. Er und sein Vater wären sicherlich gern in der Heimat geblieben, aber es ging halt nicht. Baki war in der Zeit für mich irgendwie ein Bruder geworden.
Mittlerweile ist Baki mit seinem Vater schon längst in seiner Heimat wieder angekommen, weil sich dort die Lebensumstände zum positiven verändert haben.
Fremde Menschen in einer fremden Stadt, einer Stadt in der man nur feine saubere heimische Menschen in seiner Nachbarschaft haben will.

Geht nicht!

Liebe Buchholzer,
in einigen Gegenden werden demnächst Asylbewerber untergebracht.
Zeigt ihnen, dass ihr mehr als nur Mitleid über das TV haben könnt! Zeigt den Menschen, dass ihr sie nicht verachtet, nehmt sie auf und lernt von ihnen wie sie von euch lernen.
Helft ihnen bei der Integration und zeigt ihnen, dass ihr ihnen auch eine neue Heimat bieten möchtet. Nehmt einfach Kontakt auf, denn gerade schon der soziale Kontakt ist oft die größte Hilfe die man bieten kann.
Stellt euch einfach vor, ihr müsstet bei Nacht und Nebel euer Land verlassen, mit dem was ihr am Leib tragt und was ihr gerade so in einen Rucksack und eine Reisetasche bekommt. Stellt euch vor ein anderes Land nimmt euch als Flüchtling auf, und nun stellt euch vor, was ihr in dem anderen Land von den heimischen Bürgern erwartet.

Ich selbst bezeichne mich übrigens nicht als „Deutscher“, ich bin Bewohner dieses Planeten und auf dem europäischen Kontinent untergebracht. Für mich gibt es nur Menschen unter den Menschen. Es gibt keine Unterschiede innerhalb der Rasse „Mensch“!

Liebe Buchholzer, wartet nicht darauf, dass man erst in den Medien die Bürger von Buchholz mit der alten Geschichte von Buchholz konfrontiert, denn diese alte Geschichte ist hässlich und darf sich auch in keiner anderen Form wiederholen.

Eine schöne Idee von der Stadt Buchholz (Bürgermeister Geiger) wäre es einfach mal eine Art Fest zu organisieren um mit unseren „neuen“ Nachbarn einfach näher zusammenzurücken, um Vorurteile und Grenzen abzubauen, um einander zu verstehen.

Allerdings kann so etwas auch leicht als Eigeninitiative in der Nachbarschaft schon durchgeführt werden.

Wir alle haben nur dieses eine Leben, also gebt euch allen einen Ruck und rückt zusammen. Heißt die Menschen, die zu uns kommen, „willkommen“ und zeigt es auch ehrlich.

Uwe Schulze