Buchholz zeigte erneut Gesicht – Für Demokratie, Toleranz und Vielfalt


Für gestern, den 3. April 2016 hatten Rechtsextreme aus Buchholz in der Nordheide zur einer Kundgebung unter dem Motto „ Asyflut stoppen” aufgerufen.

Unter dem Deckmantel der Bürgerbewegung Nordheide versuchte die in Buchholz ansässige und als rechtsextrem geltende AG Nordheide den Bürgerinnen und Bürger Bürgerfreundlichkeit vorzutäuschen.

In der Anmeldung gaben die rechtsextremen 50 Teilnehmer an, die offizielle Zahl fiel wie erwartet mal wieder sehr gering aus. 16 Teilnehmer zählte die Polizei, die sie allerdings kaufmännisch auf 20 aufgerundet hat.

Dass die Rechtsextremen ihre Kundgebung erst spät angemeldet hatte, war von vielen als taktischer Zug gesehen worden. Man wollte offenbar einer Gegenbewegung nicht die Möglichkeit bieten etwas auf die Beine zu stellen.

Nun sprechen wir aber von Buchholz. Nur wenige Stunden nach bekannt werden der rechten Anmeldung haben sich Buchholzerinnen und Buchholzer, die im Rat vertretenen Parteien, Stadtrat, Verwaltung, Kirchenvertreter, Gewerkschaften, Organisationen und Jugendgruppen verständigt sowie organisiert und riefen für Sonntag, 3. April, auf zur Demonstration unter dem Motto „Buchholz zeigt Gesicht – Für Demokratie, Toleranz und Vielfalt“ auf.

Die Kundgebung sollte um 13.30 Uhr auf dem Peets Hoff starten, doch schon weit vorher füllte sich der Platz am diesem sonnigen Tag.

Die Rechtsextremen haben selbstverständlich ihre Leute unter die Buchholzerinnen und Buchholzer, die Gesicht zeigten, gemischt und versuchten auch via Twitter und Facebook wie gewohnt Falschmeldungen zu streuen.

Da die Polizei nach eigener Auskunft auf der Gegendemo keine Zählungen vorgenommen hatte, einigte man sich auf eine Zahl von mindestens +400 Menschen. Die inoffizielle Zahl dürfte aber bei ca. 700 Bürgerinnen und Bürger mit „Gesicht“ liegen.
Sicherlich ist „Tausende“, wie ein Bürger twitterte übertrieben, aber gefühlt waren es so viele.

Nach bewegenden Reden vom Bürgermeister der Stadt Buchholz – Jan-Hendrik Röhse und Bea Trampenau von der „Antifaschistische Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh”, wurde zu einem gemeinsamen Stadtspaziergang aufgerufen. Besonders erfreulich war das Grußwort von Esther Bejarano,
welches von Bea Trampenau verlesen wurde.

Esther Bejarano ist eine deutsch-jüdische Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz.

Das so viele Buchholzerinnen und Buchholzer an der Gegendemonstration teilnahmen war ein deutliches Zeichen dafür, dass Rechtsextreme und Neoazis sowie Rechtspopulisten Buchholz mit ihrer antidemokratischen, von Fremdenhass durchzogenen, intoleranten, vielfaltlosen Meinung keinen Nährboden finden.

„Die Lösungen der Rechtsextremen, Neonazis, Rechtspopulisten und rechten Parteien sind keine Lösungen und führen nur zu sehr viel schlimmeren Problemen.“ (Uwe Schulze)
Die Rechtsextremen stellten sich im Nachgang wie gewohnt als die Opfer dar, denn angeblich hatte man niemanden zu deren Kundgebung durchgelassen, aber solche Aussagen waren zu erwarten, danach kann man beinahe schon die Uhr stellen.

Wir bedanken uns bei allen Buchholzerinnen und Buchholzern, Bürgerinnen und Bürger aus den benachbarten Ortschaften sowie aus anderen Städten und bei allen Einsatzkräften die für Ordnung und Sicherheit sorgten.

Die kompletten Redebeiträge von Bea Trampenau und Jan-Hendrik Röhse haben wir als Video zusammengestellt:

Der Bericht des NDR – Hallo Niedersachsen:

 

Der Redetext von Bea Trampenau inklusive dem Grußwort von Esther Bejarano zum Nachlesen: