Abschiebung stoppen – Mailaktion –


*** Mailaktion zu geplanter Abschiebung von Menschen nach Afghanistan am 23.01.2018! ***
Bitte schließt Euch an und protestiert!
Wir müssen unsere Stimmen erheben!

Nachstehenden Text (Entwurf: Bettina Jung) sendet bitte an:

thomas.demaiziere@bundestag.de
landesleitung@csu-bayern.de
horst-seehofer@csu-bayern.de
markus.soeder@soeder.de


Offener Brief:
Sehr geehrter Herr Seehofer,
sehr geehrter Herr Söder,
sehr geehrter Herr de Maiziere,

ich schreibe Ihnen heute, weil ich zutiefst erschüttert bin über die Tatsache, dass Sie am 23.01.2018 eine erneute Sammel-Abschiebung nach Afghanistan planen.
Sie alle drei, die sich in Parteien zusammengefunden haben, deren höchstes ethisches Ziel sein sollte, nach christlichen Werten zu handeln, treten mit diesen Maßnahmen diese in erschütterndem Maße mit Füßen.
Ich selbst bin Christ.
Da ich mich auf unterschiedlichen Ebenen gegen Rassismus engagiere, gemeinsam mit vielen Menschen, habe ich Petra Rose aus Bayreuth kennen gelernt.
Sie engagiert sich intensiv in der Flüchtlingshilfe.
Auf der seelischen Ebene, die außerordentlich wichtig ist, kann sie das durch ihre eigene Geschichte ganz besonders gut.
Frau Rose ist 1960 als Sindhiza geboren und in der für die Sinti und Roma noch lange traumatischen Nach-NS-Zeit aufgewachsen.
Ihre Verwandten wurden in Auschwitz, Ravensbrück und Dachau vernichtet und sie und alle Opfer des Holocaustes werden duch die solidarische Angst mit den geflüchteten Menschen, des Erstarkens des Rassismus und der erneut eingesetzten Methoden dieser Zeit getriggert und traumatisiert! Diese Methoden wenden SIE an!
In Ihren Entscheidungen und Handlungen sind sie auch diesen durch das NS-Regime traumatisierten Menschen verpflichtet.
Die Menschen, die dieses heute betrifft, die von der Abschiebung (die NS-Opfer nennen diese Deportation) Betroffenen, werden durch Sie auf Listen gesetzt und sehenden Auges in lebensgefährliche Situationen geschickt und deportiert.

Sicher werden Sie argumentieren, es befänden sich Straftäter und verurteilte Menschen unter den abzuschiebenden Personen.
Wenn dies der Fall sein sollte, bin ich selbstverständlich dafür, diese in vollem Umfang den Konsequenzen unserer Justiz und unseres Rechtsstaates zuzuführen.

Welches Vertrauen besitzen Sie eigentlich in unseren Rechtsstaat, der von Ihrer Politik nachhaltig geprägt wurde und wird, wenn Sie nun durch die Abschiebungen – gerade nach Afghanistan – den Menschen ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit absprechen, die einem Todesurteil gleichkommen?

Womöglich werden diese Menschen, die in Ihrer Verantwortung stehen durch von Ihnen gelieferte Waffen exekutiert.
Wir haben in unserem Land aus guten Gründen keine Todesstrafe.
Je schlimmer die Verbrechen der Menschen wären, die abgeschoben werden sollten, desto wichtiger wäre es doch, sie in unserem System sicher zu verurteilen und die Menschheit, die als Gesamtheit gesehen werden muss, vor ihnen zu schützen und auch mit ihnen zu arbeiten.

Meine Mitstreiter*innen kämpfen nach Kräften gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und menschenverachtendes Gedankengut und Handeln.
Dieses findet sich – leider – nicht nur in den Reihen der AfD.

Wenn Sie als Vertreter christlicher Parteien weiter handeln, wie Sie dies jetzt tun, schaden Sie unserem Rechtsstaat und unserer “Leitkultur” mehr als Parteien, die sich doch offensichtlich nur durch Parolen und Polemik definieren.
Handeln Sie endlich moralisch, rechtsstaatlich und ehrlich werteorientiert.

Ich tituliere diesen offenen Brief an Sie mit Absicht nicht als “Gnadengesuch”.
Denn – wer wären wir, einem Lebewesen Gnade zu gewähren oder abzusprechen.
Das kann in meinen Augen nur eine höhere Macht – der “Chef”, in dessen Namen Sie offiziell agieren.
Dass dieser Gnade walten lassen wird, hinsichtlich unser allen Handelns, das hoffe ich sehr.

Mit hoffnungsvollen Grüßen

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Danke für die Unterstüzung
– Gegengift –