2. Schwarzes Dinner am 19.07.2014


Am Samstag 19.07.2014 fand unser deutschlandweit vermutlich einmaliges Schwarzes Dinner zum 2. Mal statt.
Mit diesem Schwarzen Dinner, welches zeitgleich zum Weißen Dinner stattfand, wollten wir erneut auf die Art des Stattfindens vom Weißen Dinner aufmerksam machen.

Als wir die Rathauswiese von der Steinstraße aus betraten sahen wir sofort, dass sich auf der uns per Anmeldung zugewiesenen „Jordanfläche“ schon ein größerer Teil des Weißen Dinners ausgebreitet hatte. Schön war das nicht und fair schon gar nicht. Aber wir sind ja flexible Menschen und nehmen auch Rücksicht und haben nichts gegen das Weiße Dinner, nur wie es in Buchholz gelebt und durchgeführt wird ist uns jederzeit einen friedlichen Protest wert.

Was wohl passiert wäre wenn wir uns ganz in „Schwarz“ dazugesellt hätten? Schauen wir mal, denn es wird ja auch ein 3. Schwarzes Dinner geben.
Wir hatten auch mit einigen Mitbürgern einer anderen „Gruppe“ ein „ buntes Dinner“ geplant, aber zeitlich kam das alles nicht mehr zustande.

Was aber bot sich uns für ein Anblick?
Es saßen einige Familien und Einzelpersonen mit offensichtlichem Migrationshintergrund wie meist abends auf den Bänken im Rathauspark. Eine Familie aus Sri Lanka hatte sich in die hinter letzte Ecke des Parks verzogen, da sie sich unwohl fühlten, aber auch erst nach einer Erklärung von uns verstanden sie was dort ganz in weiß veranstaltet wird. Hinter uns saßen Menschen arabischer Abstammung und es waren kurdische sowie auch Roma Familien, die sich durch diesen doch dekadenten Anblick zu unserem Aufenthaltsort bewegten. Das war für uns und offensichtlich auch für unsere ausländischen Mitmenschen ein sehr angenehmes Gefühl.
Ganz klar ist für uns natürlich, dass nicht jeder der an dem Weißen Dinner teilgenommen hat auch ein sehr gut gefülltes Bankkonto hat und sozial perfekt abgesichert ist. Nochmal, es geht um die Art und Weise wie das Weiße Dinner stattfindet und an welchem Ort.

Wir möchten nicht unbedingt von Erfolg des Schwarzen Dinners sprechen, aber wir setzen damit ein Zeichen. Insgesamt waren wir Dreimal so viele Teilnehmer wie beim 1. Schwarzen Dinner, was bedeutet, dass unsere Zeichen wirken, ankommen und verstanden werden.

Zu unserer großen Freude kam zum schwarzen Dinner auch die Schwester des Kulturpreisträgers Martin Lühker. Martin Lühker ist der Buchholzer Künstler, der den Kinderkönig am Rathaus erschuf und leider viel zu früh in diesem Jahr verstarb.

Politische Prominenz war wohl nur an unserem Dinner zu verzeichnen. Der Ratsherr und Betreiber des Buchholz-Express, Kristian Stemmler kam mit seiner Familie sowie Uwe Schulze als parteiloser Kommunalpolitiker und Veranstalter des Dinners und nahmen damit erneut am Schwarzen Dinner Teil.

Auf Facebook hingegen gab es in einer geschlossenen Gruppe heftige Diskussionen von Leuten, die den Sinn des Schwarzen Dinners nicht verstanden haben. Okay, einige von ihnen haben da nicht den Draht zu sich um Menschen zu kümmern denen es nicht so gut geht, Hartz IV beziehen oder Flüchtlinge sind. Eigentlich erwarten wir nicht, dass die „Nichtversteher“ das auch nur ansatzweise verstehen, aber sie könnten sich wenigstens mal konstruktiv mit der Angelegenheit beschäftigen.
Da diskutieren nämlich auch Leute, denen vermutlich die gebratenen Tauben schon immer in den Mund geflogen sind.
Das ein Ex-Bürgermeisterkandidat so eine Aktion veranstaltet um auf Schicksale anderer Menschengruppen hinzuweisen, ist bei einigen Facebookern auch ein ungehöriges verhalten.

Nun, Politik heißt nicht dass man immer brav ist und funktioniert wie andere es in ihrer super-heilen Welt erwarten. Politik bedeutet auch, dass man sich mit den unangenehmsten Angelegenheiten beschäftigt und zum Unverständnis einiger auch „die Hände schmutzig macht“.
Aber ist es wirklich so unverständlich und ungehörig sich für Menschen stark zu machen?
Wir beantworten dies mit einem deutlichem „Nein“.

Uwe Schulze regt an, dass es im kommenden Jahr einen wirklichen Mix aus „schwarz, weiß und bunt“ gibt. Ein Dinner für alle, egal ob Arm oder Reich und auch die Herkunft ist egal. Jeder bringt etwas mit, und wer nichts hat dem wird aus dem reichhaltigem Angebot etwas gereicht.
Wir müssen lernen, dass wir alle zusammenleben in Buchholz und es einfach keine Unterschiede geben darf.